

Modernes Wohnhochhaus mit zahlreichen auskragenden Balkonen und filigranen Metallgeländern.
Wie entstehen Wärmebrücken am Balkonanschluss?
Bei einem frei auskragenden Stahlbetonbalkon ist der Übergang von der Geschossdecke zur Balkonplatte statisch besonders beansprucht. Zugleich durchstößt die Konstruktion hier die Dämmebene der Fassade. Läuft die Stahlbetonplatte durch, entsteht eine lineare Wärmebrücke. Im Winter fließt über die Balkonplatte verstärkt Wärme nach außen. Dadurch sinkt die innere Oberflächentemperatur am Deckenrand. Gerade im Übergang von Wand und Decke kann das bei entsprechender Raumluftfeuchte die Schimmelbildung begünstigen.
Wer im Neubau einen Balkon anbauen oder einen offenen Laubengang entlang mehrerer Wohnungen führen möchte, legt deshalb schon im Entwurf fest, wie das Außenbauteil seine Lasten abträgt. Ein frei auskragender Balkon beansprucht den Anschluss auf Biegung und Querkraft. Bei einem außen gestützten Laubengang hängt die Beanspruchung unter anderem davon ab, wie die Platte am Gebäude gelagert ist. Ein thermisch getrennter Balkonanschluss führt die Fassadendämmung am Deckenrand fort und überträgt die Kräfte gezielt über tragende Elemente.

3D-Darstellung eines Balkons:ISOPRO® Wärmedämmelement am Anschluss zur Geschossdecke, Geländerbefestigungsschiene JGB mit befestigtem Glasgeländer, mit Brüstungsanker JBA verankerte Stahlbetonbrüstungen, Querkraftdorn HED zwischen den Balkonplatten.
Mit ISOPRO® den Balkonanschluss thermisch trennen
Die tragenden Wärmedämmelemente ISOPRO® von PohlCon verbinden Balkone und Laubengänge mit dem Stahlbetontragwerk des Gebäudes. Ihr Dämmkörper liegt in der Dämmebene der Außenwand. Nur die für die Kraftübertragung erforderlichen Komponenten überbrücken die Dämmfuge. Das begrenzt den Wärmeverlust am Anschluss und ermöglicht je nach Ausführung die Übertragung von Biegemomenten, Querkräften und Horizontalkräften.
Für die Auswahl sind das Material der Außenkonstruktion, die Lagerung und die maßgebenden Schnittgrößen entscheidend. Hinzu kommen die verfügbare Bauteilhöhe, ein möglicher Höhenversatz zwischen Innen- und Außenplatte sowie die Anforderungen an den Wärmeschutz. PohlCon bietet hierfür unterschiedliche Elementtypen und Tragstufen mit 80 oder 120 mm Dämmkörperdicke an.
Ergänzend zum thermisch getrennten Balkonanschluss bietet PohlCon Lösungen für Brüstungen, Geländer und Dehnfugen. Der Brüstungsanker JBA verankert vorgefertigte Stahlbetonbrüstungen am Plattenrand. Für die stirnseitige Montage von Geländerpfosten eignet sich die einbetonierte Geländerbefestigungsschiene JGB. An Dehnfugen zwischen benachbarten Balkonplatten überträgt der Querkraftdorn HED Querkräfte und lässt Bewegungen in Dornlängsrichtung zu.
Welcher Balkonanschluss passt zur Konstruktion?
Ob Balkon oder Laubengang – welcher Balkonanschluss sich eignet, hängt von der Bauweise, der Lagerung und den zu übertragenden Kräften ab. Die Übersicht zeigt, welche ISOPRO® Wärmedämmelemente für Konstruktionen aus Beton, Stahl oder Holz infrage kommen und wie sich Geländerbefestigungen und Betonstützen in die Planung einbeziehen lassen.
Beton–Beton mit 80 mm Dämmkörper
Für frei auskragende Stahlbetonplatten übertragen ISOPRO® IP und IPT das Stützmoment und die Querkraft in die Geschossdecke. Für gestützte Balkone und Laubengänge stehen Querkraftelemente zur Verfügung. Bei Eckbalkonen oder höhenversetzten Platten richtet sich die Wahl der Ausführung nach der Geometrie und dem Verlauf der Bewehrung.
Beton–Beton mit 120 mm Dämmkörper
ISOPRO® 120 ermöglicht eine 120 mm breite Dämmfuge zwischen Balkon- und Deckenplatte. Für auskragende Konstruktionen steht beispielsweise IP 120 M zur Verfügung. Bei gestützten Platten richtet sich die Auswahl des Querkrafttyps unter anderem danach, ob die Querkraft in einer oder in beiden Richtungen wirkt.
Beton–Stahl für auskragende und gestützte Balkone
Stahlträger lassen sich über eine bauseitige Stirnplatte an die Stahlbetondecke anschließen. ISOPRO® IP 80 SM und IP 120 SM eignen sich für frei auskragende Stahlkonstruktionen, die SQ-Typen für gestützte Konstruktionen. Die Elemente werden im Rohbau einbetoniert. Die Stahlkonstruktion lässt sich bei der späteren Montage in der Höhe justieren.
Beton–Holz für Balkone in Holzbauweise
Bei Holzbalkonen verbindet ein Stahlschwert den Holzbalken mit dem einbetonierten Wärmedämmelement. Stabdübel übertragen die Kräfte zwischen Holz und Schwert. Für auskragende Holzbalken sind die HM-Typen vorgesehen, für gestützte die HQ-Typen. Beide Varianten sind mit 80 oder 120 mm Dämmkörperdicke erhältlich.
Geländer und Brüstungen am Plattenrand befestigen
An Balkonen und Laubengängen lassen sich Geländerpfosten mit der einbetonierten Geländerbefestigungsschiene JGB stirnseitig an der Stahlbetonplatte montieren. Die Schraubenwahl richtet sich nach dem Schienenprofil. Zum Profil JGB K 38/17 G passen beispielsweise Hammerkopfschrauben JH in M12 oder M16. Für vorgefertigte Stahlbetonbrüstungen kommt der Brüstungsanker JBA zum Einsatz. Er verbindet die Brüstungsplatte mit dem Tragwerk und ist auch in höhenjustierbarer Ausführung erhältlich.
Schalrohre für außen liegende Betonstützen
Tragen Stahlbetonstützen den äußeren Rand eines Balkons oder Laubengangs, kommen RAPIDOBAT® Schalrohre für die Herstellung dieser Stützen infrage. Je nach Entwurf stehen unterschiedliche Querschnitte und Oberflächenqualitäten zur Wahl, etwa für sichtbar bleibende Rundstützen entlang der Fassade.

Modernes Wohngebäude mit auskragenden Balkonen und transparenten Glasgeländern.
Unsere Leistungen rund um den Balkonanschluss
Wir beraten Sie bei der Wahl des ISOPRO® Elements für Ihren Balkon oder Laubengang. Mit der Bemessungssoftware ISODESIGN können Sie Anschlussvarianten für Ihr Projekt untersuchen.
Bei besonderen Geometrien unterstützen wir Sie bei der Ausarbeitung des Anschlussdetails.
Lösungen für den Balkonanschluss
Passende Dokumente

de
en
ru
ISOPRO® 120 Wärmedämmelemente - Technische Information
Technische Information
PDF
Sprache wählenSprache wählen
de
en
ru
ISOPRO® Wärmedämmelemente - Technische Information
Technische Information
PDF
Sprache wählenSprache wählen
de
en
ISOPRO® Stahl- und Holzanschluss - Technische Information
Technische Information
PDF
Sprache wählenSprache wählen
de
en
Schienen und Zubehör - Technische Information
Technische Information
PDF
Sprache wählenSprache wählen
de
en
RAPIDOBAT® Schalrohre - Technische Information
Technische Information
PDF
Sprache wählenSprache wählen
Häufige Fragen zum Balkonanschluss und Laubenganganschluss
Wie berechne ich die Wärmebrücke am Balkonanschluss?
Für einen linienförmigen Anschluss beschreibt der längenbezogene Wärmedurchgangskoeffizient Ψ den zusätzlichen Wärmeverlust je Meter Anschlusslänge und Kelvin Temperaturdifferenz. In die Detailberechnung gehen der tatsächliche Wand- und Deckenaufbau, die Anschlussgeometrie und die thermischen Kennwerte des gewählten Elements ein. Für den Feuchteschutz ist zusätzlich die niedrigste raumseitige Oberflächentemperatur relevant.
Wann sind 80 mm und wann 120 mm Dämmkörperdicke sinnvoll?
Die Wahl richtet sich nach dem Verlauf der Fassadendämmung, dem Wärmeschutzziel und der statisch erforderlichen Elementausführung. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten beide Varianten am selben Fassadendetail und für dieselbe Lastsituation bewertet werden. Der Ψ-Wert gilt für den gesamten Anschluss und lässt sich aus der Dämmkörperdicke allein nicht ableiten.
Genügt bei einem außen gestützten Laubengang ein Querkraftanschluss?
Ein Querkraftelement kommt infrage, wenn das gewählte Tragmodell am Gebäude eine gelenkige Lagerung vorsieht und die äußere Stützung in allen maßgebenden Zuständen wirksam ist. Zu prüfen sind die Richtung der Querkräfte, mögliche abhebende Lasten und die horizontale Stabilisierung. Muss der Anschluss ein Biegemoment übertragen, ist ein dafür ausgelegtes Element erforderlich.
Wie plane ich die Dehnfugen bei einem langen Laubengang?
Maßgebend sind die temperaturbedingten Längenänderungen des Außenbauteils, die Lage seiner Festpunkte und die zulässigen Dehnfugenabstände des gewählten Elementtyps. Deshalb sollten Tragwerks- und Fassadenplanung die Fugen bereits im Grundriss festlegen. Bei Stahlkonstruktionen ist außerdem entscheidend, an welchen Anschlüssen sich die Konstruktion in Längsrichtung bewegen kann.
Was gehört bei einem barrierefreien Balkonanschluss am WDVS ins Detail?
Der Schnitt durch die Türschwelle sollte die Höhen von Innenfußboden, Außenbelag und tragender Platte zeigen. Darauf aufbauend lassen sich die Lage des Wärmedämmelements, die Fortführung des Wärmedämmverbundsystems (WDVS), der Abdichtungsanschluss am Türrahmen und die Entwässerung aufeinander abstimmen. Besonders früh ist zu klären, wie viel Aufbauhöhe für Gefälle und Wasserführung zur Verfügung steht.
Wie wird ein auskragender Holzbalkon an eine Stahlbetondecke angeschlossen?
Für diesen Balkonanschluss stehen ISOPRO® IP 80 HM und IP 120 HM zur Verfügung. Das Element wird in der Stahlbetondecke verankert. Auf der Außenseite erfolgt der Anschluss des Holzbalkens über ein Stahlschwert mit Stabdübeln. Für das Ausführungsdetail sind neben der Elementtragfähigkeit insbesondere der Holzquerschnitt, das Bohrbild und die Randabstände der Verbindungsmittel maßgebend.
Welche Nachweise sind bei einem frei auskragenden Balkon für die Gebrauchstauglichkeit wichtig?
Neben der Tragfähigkeit ist die Verformung an der Balkonvorderkante zu beurteilen. Dazu tragen sowohl die Durchbiegung der Balkonplatte beziehungsweise des Trägers als auch die Verdrehung am Anschluss bei. Aus dem Ergebnis lassen sich Vorgaben für eine gegebenenfalls erforderliche Überhöhung ableiten. Diese ist mit den geplanten Belagshöhen und dem Entwässerungsgefälle abzustimmen.




